Die Fussball Frauen WM 2011 in Deutschland

Das Sommermärchen reloaded. So stellen sich die Funktionäre der Frauen Fußball WM in Deutschland vor, mit vollen Stadien, attraktiven Spielen und Werbung für den Frauenfussball. Denn Frauenfussball soll kein Gefühl sein, sondern ein berauschendes Fußballfest für die ganze Familie, bei dem Jung und Alt vor den Fernsehschirmen und im Stadion mitfiebern können. Die Zwischenbilanz kann sich sehen lassen: Alle WM Spiele mit deutscher Beteiligung sind restlos ausverkauft, aber auch die anderen Partien wurden und werden mit gut gefüllten Stadien honoriert. Kein Wunder also, dass die Veranstalter ein positives Fazit ziehen, wenn sie das bisherige Turnier reflektieren.

Es ist bisher die 6. FIFA Fußballweltmeisterschaft der Frauen, die seit 1991 alle vier Jahre ausgetragen wird; ein Jahr nach der WM der Männer. Im Gegensatz zu diesen, ist das Teilnehmerfeld auf 16 Mannschaften begrenzt, da die Leistungsunterschiede zwischen den Mannschaften zwar geringer geworden sind, aber größer sind als bei den Männern. Die bisherigen Sieger sind die USA (1991 und 1999), Norwegen (1995) und der amtierende Weltmeister Deutschland, der bisher zwei mal hintereinander das Turnier gewinnen konnte (2003 und 2007). Genau dieses Ziel verfolgt das Team um Silvia Neid auch in diesem Jahr und nach der Vorrunde stehen die Chance gut. Bedenkt man, unter welchen Voraussetzungen die Spielerinnen ihren Sport ausüben, so ist die Leistung umso höher einzuschätzen.

Denn anders als bei den Männern können nur einige wenige professionelle Spielerinnen vom Gehalt als Fußballerin in Deutschland leben. Die Haupteinnahmequellen sind Werbe- und Sponsorenverträge, mit denen die Spielerinnen ausgestattet werden. Aber die meisten Bundesligaspielerinnen, darunter auch einige WM-Teinehmer, wie Kerstin Garefrekes, gehen einem normalen Job im Alltag nach. Im Männerbereich als Bundesligaprofi unvorstellbar. Anders gestaltet es sich aber in den USA, denn dort ist der Frauenfussball die Sportart Nummer 1 bei den Frauen und viele Spielerinnen wechseln in die amerikanische Profiliga, da dort erheblich mehr gezahlt wird als in Deutschland. Die Topverdienerin ist die brasilianische Weltfußballerin Marta, deren Jahresgehalt auf 500 000 US-Dollar geschätzt wird.

Im Vergleich zu den Männern ist das erheblich weniger und auch der Hype um die Stars ist nicht mit den Männern zu vergleichen. Doch der Frauenfussball hat es geschafft, aus dem Schattendasein zu entschwinden und vom belächelten Kinderwagen Stiftung Warentest Produkt zu einer geschätzten Marke zu werden.

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